SPD-Ortsverein Oberhausen-West

Windpark in den Ruhrauen:

SPD Oberhausen-West lädt Mülheims OB Scholten zum Ortstermin ein

banner_ov_west_windrad_ruhruferDie SPD Oberhausen-West lädt Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten am 11. März zu einen Ortstermin am Ruhrdeich ein. Er soll Rede und Antwort zu stehen, warum es aus Mülheimer Sicht zu vertreten ist, Anwohnern in Alstaden ein 200 Meter hohes Windrad vor die Haustüren zu stellen.

Wir dokumentieren im Folgenden den Brief des OV West im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

im Namen der SPD in Oberhausen-Alstaden fragen wir höflich an, ob und wann Sie bereit wären, den Alstadener Bürgerinnen und Bürgern auch persönlich zu erklären, warum die Stadt Mülheim der Auffassung ist, es sei kein Problem, den Anwohnern an der Ruhr ein 200 m hohes Windrad auf einer 70 m hohen Halde praktisch vor die Haustür zu stellen.

Die Stadt Mülheim wirbt auf ihrer Homepage mit dem Slogan: „Die Stadt am Fluss“. Dies soll Besuchern signalisieren, dass Mülheim a. d. Ruhr auch landschaftlich etwas für Touristen zu bieten hat. Die Stadt Oberhausen wirbt zwar nicht mir Ihrer Nähe zum Fluss. Dennoch sind die Ruhr und der angrenzende Ruhrpark ein bedeutendes Naherholungsgebiet für Jung und Alt in unserer Stadt. Zu früheren Zeiten war sogar einmal angedacht, eine Fußgängerbrücke zum anderen Ruhrufer zu schlagen, um die Nachbarstädte Mülheim und Oberhausen an diesem Grünstreifen miteinander zu verbinden. Schnee von gestern, leider! Heute spielen diese Gedanken offensichtlich keine Rolle mehr.

Ein Windrad am Ruhrufer ist sicher nicht geeignet, das gutnachbarschaftliche Verhältnis zwischen den Städten zu fördern. Insbesondere die Art und Weise in der die Stadt Mülheim hier vorgeht, macht deutlich, dass ihr die Interessen der Oberhausener Bürger mehr als gleichgültig sind. Bis heute haben Sie es nicht geschafft, die Oberhausener Bürgerinnen und Bürger ins Boot zu holen, zu informieren und anzuhören.

Zunächst schien es, als würde sich das Vorhaben nicht realisieren lassen. Experten aus der freien Wirtschaft konnten uns plausibel begründen, warum der Bau eines Windrades an diesem Standort für ein Unternehmen wirtschaftlich eigentlich nicht interessant sei. Dies liege insbesondere an dem hohen Aufwand, der bei der Fundierung und Errichtung eines solchen Bauwerkes auf einer Bodendeponie zu erwarten sei. Außerdem müsse sich ein Windrad in der freien Wirtschaft in 20 Jahren amortisieren. Dies sei nur unter optimalen Bedingungen möglich. Insbesondere müssten deutlich größere Windmengen vor Ort erreicht werden als man in den Ruhrauen tatsächlich erwarten könne.

Repräsentative Windmengenmessungen, die mindestens über ein Jahr durchgeführt werden müssen, sind unseres Wissens bislang gar nicht erfolgt. Darüber hinaus sollte der Betreiber hier mit häufigen Betriebseinschränkungen kalkulieren, da der Betrieb aufgrund der nahen Wohnbebauung in jedem Fall mit erheblichen Auflagen versehen werden wird, die sich zwangsläufig aus Schattenwurf und Geräuschemissionen ergeben. Ein Umweltgutachten über die Verträglichkeit vor Ort wurde ebenfalls bislang nicht vorgelegt. Wir fragen uns daher, was die Stadt Mülheim veranlasst, den benachbarten Anwohnern ohne Not ein die Landschaft derart dominierendes Riesen-Windkraftrad vor die Haustür zu setzen, während Experten aus der freien Wirtschaft diesem Vorhaben sehr kritisch genüberstehen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir würden gerne Ihre Argumente hören und auch Antworten auf unsere Fragen bekommen. Wir laden Sie deshalb herzlich auf das Nordufer der Ruhr ein, um mit uns und den Alstadener Bürgerinnen und Bürgern am Freitag, 11. März 2016, um 14:00 Uhr, ins Gespräch zu kommen. Wir treffen uns auf dem Ruhrdeich Am Ruhrufer / Behrensstr. vor dem Alstadener Kanu Club. Über Ihr Erscheinen würden wir uns sehr freuen.

Wir haben dieses Schreiben mit gleicher Post verschiedenen Medienvertretern übersandt.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Vöpel MdB
– Vorsitzender –

Sonja Bongers
– Stv. Vorsitzende –

Sandra Jungmaier
– Stv. Vorsitzende –

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Veranstaltung:
Freitag, 11. März 2016 | 14.00 Uhr
Auf dem Ruhrdeich (Am Ruhrufer / Behrensstraße) vor dem Alstadener Kanu-Club