SPD-Ortsverein Oberhausen-West

Geplantes Windrad in den Ruhrauen:

SPD Oberhausen-West schreibt Investoren Gelsenwasser und medl an

banner_ov_west_windrad_ruhruferDer SPD-Ortsverein Oberhausen-West hat heute den Vorstand der Gelsenwasser AG sowie die Geschäftsführung der medl GmbH angeschrieben. Die beiden Unternehmen planen, auf der Bodendeponie Kolkerhofweg in den Mülheimer Ruhrauen unmittelbar vor der Stadtgrenze zu Oberhausen-Alstaden ein bis zu 200 m hohes Riesenwindrad zu errichten.

Das Schreiben an die Gelsenwasser AG hat den folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Deters,

wie wir erfahren haben, planen die Gelsenwasser AG und die medl GmbH die Errichtung eines ca. 200 m hohen Windrades in den Mülheimer Ruhrauen. Aus diesem Grund wenden wir uns heute im Namen des SPD-Ortsvereins Oberhausen-West an Sie, um Ihnen mitzuteilen, dass sich zurzeit erheblicher Widerstand in der Oberhausener Bevölkerung gegen dieses Vorhaben aufbaut. Auf der Mülheimer Seite der Ruhrauen liegt zwar eine Bodendeponie (Kolkerhofweg). Auf der Oberhausener Seite der Ruhrauen befindet sich hingegen ein Biotop und dieses Gebiet wird von vielen Menschen als Naherholungsgebiet genutzt. Täglich spazieren dort Menschen, gehen joggen, fahren Fahrrad oder führen ihre Hunde aus. Darüber hinaus gibt es mehrere Wohngebiete auf dieser Seite. Der Abstand der direkt an der Ruhr gelegenen Häuser zu dem von Ihnen geplanten Windrad beträgt ca. 500 m.

Wie Sie sich sicher vorstellen können, haben diese Menschen Angst vor dem, was ihnen in der nächsten Zeit da quasi vor die Haustür gesetzt werden soll. Die bislang attraktive Ruhrauenlandschaft mitten im Ruhrgebiet wird zerstört. Erfahrungsgemäß finden sich im Umfeld von Windrädern zahlreiche tote Vögel. Schlagschatten und weitere Geräuschimmissionen werden künftig das Leben der Alstadener Bevölkerung beeinträchtigen.

Mit Schreiben vom 15.02.2016 hatten wir den Mülheimer Oberbürgermeister Ulrich Scholten eingeladen, sich mit den Alstadener Bürgern zu diesem Thema auseinanderzusetzen. Leider hat er diese Einladung nicht angenommen. Es ist jedoch beabsichtigt, in Kürze ein Gespräch auf politischer Ebene mit dem Mülheimer Oberbürgermeister zu führen.

Nachdem wir uns durch Fachexperten, die über professionelle Erfahrung im Windparkbau verfügen, haben beraten lassen, zweifeln wir erheblich daran, dass hier tatsächlich ökologische oder ökonomische Interessen überwiegen. Wir glauben vielmehr, dass es darum geht, ein „grünes“ Image zu Werbezwecken zu pflegen. Die Menschen in Oberhausen sind jedoch nicht bereit, Ihre Lebensqualität für oberflächliche PR-Interessen einschränken zu lassen.

Der Umweltdezernent der Stadt Mülheim a. d. Ruhr hat den zahlreich anwesenden Menschen in einer durch die Stadtverwaltung Oberhausen durchgeführten Bürgerversammlung am 25.02.2016 versichert, dass Ihr Unternehmen als Investor zugesichert habe, die Öffentlichkeit an dem Genehmigungsverfahren zu beteiligen. Uns ist bekannt, dass hier nur das vereinfachte Genehmigungsverfahren für die Errichtung des Windrades erfolgen soll. Dennoch bitten wir Sie, die im förmlichen Verfahren vorgesehenen Öffentlichkeitsbeteiligungen hier zu berücksichtigen. Die Menschen möchten wissen, was das von Ihnen eingeholte Umweltgutachten ergeben hat, und sie möchten genau wissen, welche Immissionswerte hier zu erwarten sind.

Vielleicht denken Sie auch alternativ darüber nach, die von Ihnen erwarteten Energiemengen durch den Bau eines Solarfeldes zu erzielen. Dieses hätte den Vorteil, dass die Anlage nicht durch ständige Betriebseinschränkungen zu Gunsten der Anwohner abgeschaltet werden müsste. Auch lange Klageverfahren, wie sie hier zu erwarten sind, blieben Ihnen erspart. Die Menschen in Oberhausen haben mittlerweile ca. 2.500 Unterschriften gegen die Errichtung von Windkrafträdern an den Ruhrauen gesammelt.

Am Freitag, 11. März 2016, um 14.00 Uhr, treffen sich zahlreiche Alstadener und Duisburger Bürger, die ebenfalls von dem Projekt betroffen sind, am Ruhrufer in Oberhausen-Alstaden (Am Ruhrufer / Behrensstraße, vor dem Alstadener Kanu-Club, 46049 Oberhausen). Wir würden uns freuen, wenn die Gelsenwasser AG diese Gelegenheit nutzen würde, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und die vielen offenen Fragen zu beantworten, die die Anwohnerinnen und Anwohner nach wie vor bezüglich Ihres Windrad-Projektes haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Vöpel MdB
– Vorsitzender –

Sonja Bongers
– Stv. Vorsitzende –

Sandra Jungmaier
– Stv. Vorsitzende –

Die Geschäftsführung der medl GmbH erhielt ein gleichlautendes Schreiben, das wir selbstverständlich auch dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der medl GmbH, Herrn Oberbürgermeister Ulrich Scholten, zur Kenntnis gegeben haben.

Hier können Sie die Schreiben als pdf-Dokumente herunterladen:

Schreiben des OV West an den Vorstandsvorsitzenden der Gelsenwasser AG | (pdf, 130 KB)

Schreiben des OV West an die Geschäftsführung der medl GmbH | (pdf, 130 KB)